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Klimakatastrophenfilm "The Day After Tomorrow" - ein realistisches Szenario?

Der deutsche Kinostart des Klimakatastrophenfilms “The Day After Tomorrow” wird offenkundig auf politischer Ebene zum Anlass genommen, um die Klimakatastrophenthese weiter voranzutreiben und verschärfte Klimaschutzmaßnahmen zu fordern. BMU hat auf seiner Webseite einige der Grundthesen des Filmes aufgegriffen und sie für realistisch befunden. Mit Hinweis darauf werden dann gleich verschärfte Klimaschutzmaßnahmen eingefordert.

Der Film basiert auf einer Romanvorlage der Autoren Bell und Striebers aus dem Jahre 2000. Das in diesem Manuskript und im Film gestrickte Katastrophenszenario entspricht in etwa dem im jüngst veröffentlichten sog. Pentagon-Bericht aufgegriffenen, nämlich einer durch die globale Erwärmung verursachten dramatischen Abschwächung des Golfstromes, was über der Nordhalbkugel der Erde zu einer Eiszeit führen würde. Grundsätzlich wurde ein derartiges Szenario in Klimamodellrechnungen der 80-er und 90-er Jahre für möglich aber wenig wahrscheinlich erachtet. In neueren Klimamodellrechnungen der vergangenen 2 bis 3 Jahre tritt dieses Szenario überhaupt nicht mehr in Erscheinung. Deswegen ist es auch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vollständig auszuschließen. Dem Film kann allenfalls der Status eines typischen Hollywood-Katastrophenfilmes zugestanden werden, wie z. B. ein Asteroideneinschlag auf der Erde oder die Landung von Außerirdischen, was ebenfalls extrem unwahrscheinlich ist, aber nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden kann.

Interessant ist, dass sich hierzu in den Wissenschaftsmagazinen Science und Nature bereits mehrere Wissenschaftler zu Wort gemeldet haben, die als weltweit führende Experten auf dem Gebiete der Ozeanforschung angesehen werden können, nämlich Wally Broeker (Columbia Universität New York) und Carl Wunsch. Wally Broeker hatte in den 80-er Jahren erstmals die Theorie des Zusammenbrechens des Golfstromes in die Diskussion gebracht, äußerte sich jetzt aber in Science dahingehend, dass er das Filmszenario als völlig unrealistisch und in der Klimadiskussion für wenig hilfreich ansehe, da dieser Film allenfalls dazu führen könnte, die Diskussion über völlig unrealistische Szenarien zu polarisieren anstatt sich auf die wesentlich wahrscheinlicheren Auswirkungen der globalen Erwärmung zu beschränken und über sinnvolle Möglichkeiten nachzudenken ihr entgegenzutreten. Carl Wunsch (Massachusetts Institute of Technology) äußerte sich wesentlich drastischer und wies darauf hin, dass der Golfstrom aufgrund der Erdrotation und der vorherrschenden Westwinde existiert; beides weise eine erhebliche Trägheit von vielen hunderten bis tausenden von Jahren auf und könne nicht von heute auf morgen abgestellt werden, so wie es der Film nahe legt. Die Grundannahmen des Films sind deswegen völlig unrealistisch.
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