Sichere Energie - wichtiger denn je

K. Starzacher: Lage und Perspektiven des deutschen Steinkohlenbergbaus

Jahresveranstaltung 2002

Karl Starzacher, Vorsitzender des Vorstands der RAG Aktiengesellschaft und Präsident des Gesamtverbandes des deutschen Steinkohlenbergbaus
Eröffnung und Begrüßung

Im Juli dieses Jahres ist der Vertrag über die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl nach 50jähriger Geltungsdauer ausgelaufen. Die durch den EGKS-Vertrag begründete Montanunion war zugleich Grundstein und Wegbereiter der heutigen Europäischen Union. Mit ihrem Auslaufen endet ein in seiner Bedeutung nicht hoch genug einzuschätzendes Kapitel des europäischen Integrationsprozesses. Zugleich beginnt damit ein neues Kapitel für den Steinkohlenbergbau in der Gemeinschaft.
Die Steinkohle und die Stahlindustrie standen am Anfang des europäischen Aufbauwerkes. Deshalb ist es uns wichtig, dieses historische Ereignis noch einmal ausdrücklich zu würdigen. Gemeinsam mit unserem Sozialpartner, der Industriegewerk-schaft Bergbau, Chemie und Energie, wollen wir das politische Erbe und die gemeinsamen Erfahrungen bewahren: für Europa, für die Zukunftsperspektiven des Steinkohlenbergbaus, für seine Beschäftigten, für das regionale Umfeld.
Vor diesem Hintergrund freue ich mich sehr, heute zwei Gastredner begrüßen zu können, die zu diesem Themenkreis besondere Einsichten und Einblicke vermitteln können.
Herr Professor Grosser gehört zu den herausragenden Politikwissenschaftlern in Europa; er ist ein Zeitzeuge der gesamten EGKS-Ära. Herr Professor Grosser wurde in Frankfurt a.M. geboren; nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten musste er 1933 wegen seiner jüdischen Herkunft mit seiner Familie emigrieren und ist seit 1937 französischer Staatsbürger. Ab 1956 bis zu seiner Emeritierung war er Professor am renommierten Pariser Institute d&145; études politiques. Er hatte Lehraufträge an verschiedenen anderen Universitäten in der ganzen Welt - dafür stehen Shanghai, Singapur, Tokio, Stanford - und er ist Autor zahlreicher Bücher. In Deutschland erschien vor wenigen Wochen sein neuestes Werk „Wie anders sind die Deutschen?“ Er ist Träger des Friedenspreises des deutschen Buchhandels 1975 sowie vieler weiterer hoher Ehrungen und Auszeichnungen. Herr Professor Grosser, wir fühlen uns geehrt und ausge-zeichnet, Sie heute als unseren Gast begrüßen zu dürfen. Zu Ihren zentralen Anliegen gehören die Verständigung zwischen Frankreich und Deutschland, aber auch die gesamte europäische Integration, insbesondere in ihrer historischen Entwicklung. Sie sprechen heute zu uns über das Thema „Das Europa der EGKS und das Europa von heute
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