Deutsche Steinkohle

Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise machte auch vor der deutschen Wirtschaft nicht Halt. Waren im Herbst 2008 erst nur die Finanzmärkte betroffen, zog die Krise anschließend nahezu alle Wirtschaftsbereiche in ihren Sog. So auch die deutsche Steinkohle. Das den deutschen Steinkohlenbergbau tragende Unternehmen RAG Aktiengesellschaft erlebte infolge der Rezession zu Jahresbeginn 2009 temporäre Störungen beim Kohleabsatz, die voraussichtlich bis zum Jahresende wieder ausgeglichen werden.

Das Jahr 2009 stand zunächst ganz im Zeichen der Umsetzung der Bergbauplanung, die der Vorstand und Aufsichtsrat der RAG im Sommer 2008 beschlossen hatten. Mit dem Steinkohlefinanzierungsgesetz vom Dezember 2007 und dem damit verknüpften Vertragswerk waren hierfür die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen. Damit ist der weitere Anpassungskurs vorgegeben. Gemäß § 1 Abs. 1 des Steinkohlefinanzierungsgesetzes wird „die subventionierte Förderung der Steinkohle in Deutschland zum Ende des Jahres 2018 beendet”. Zugleich gibt es in § 1 Abs. 2 ein Überprüfungsgebot: Auf der Grundlage eines spätestens bis zum 30. Juni 2012 vorzulegenden Berichts der Bundesregierung prüft danach der Deutsche Bundestag „unter Beachtung der Gesichtspunkte der Wirtschaftlichkeit, der Sicherung der Energieversorgung und der übrigen energiepolitischen Ziele, ob der Steinkohlenbergbau weiter gefördert wird”. Der Bundestag kann somit aus energiepolitischen Gründen auch die Weiterführung eines tragfähigen Steinkohlenbergbaus beschließen. Die RAG ist für beide Fälle gerüstet. Garant dafür ist das für den Personalabbau politisch zugesagte Prinzip der Sozialverträglichkeit. Die Umsetzung dieses Anpassungsprozesses hat für den Steinkohlenbergbau höchste Priorität.

Seit 2008 vereint die „neue” RAG Aktiengesellschaft mit Sitz in Herne unter ihrem Dach u. a. die RAG Deutsche Steinkohle AG, die RAG Anthrazit Ibbenbüren GmbH als reine Bergbaubetriebsgesellschaften sowie die RAG BILDUNG GmbH und die RAG Montan Immobilien GmbH. Mitte April 2009 kam als weitere Gesellschaft die RAG Mining Solutions GmbH hinzu. Ihre Aufgabe ist die internationale Vermarktung gebrauchter und erprobter Bergbauausrüstungen und des im Unternehmen vorhandenen Know-hows zur Förderung von Steinkohle.

Im Berichtszeitraum wurde zum 1. Januar 2009 das Bergwerk Lippe in Gelsenkirchen stillgelegt. Die Stilllegung des Bergwerks Ost in Hamm ist zum 30. September 2010 festgelegt. Das letzte Bergwerk im Saarrevier, das Bergwerk Saar mit dem Förderstandort Ensdorf, stellt zum 1. Juli 2012 seine Förderung ein. Darüber hinaus sieht die Bergbauplanung das Ende des Bergwerks West in Kamp-Lintfort zum Jahreswechsel 2012/2013 vor, auch wenn es dazu noch keinen Gremienbeschluss gibt. So wird sich die heimische Steinkohlenförderung ab 2013 voraussichtlich auf nur noch drei Bergwerke in Nordrhein-Westfalen konzentrieren: Prosper-Haniel in Bottrop, Auguste Victoria in Marl und Ibbenbüren an der Grenze zu Niedersachsen.

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