Innovative deutsche Bergbautechnik ist weltweit führend

Die geordnete und schrittweise Rückführung des deutschen Steinkohlenbergbaus hat nicht nur regionale und soziale Folgen abgefedert, sondern zugleich auch die Anpassungsprozesse der Zulieferindustrie. Der gute Ruf der deutschen Bergbautechnik ist nicht zuletzt auf die Herausforderungen zurückzuführen, die die geologischen und klimatischen Bedingungen an einen Bergbau in Tiefen von bis zu 1.500 m stellen. So beträgt die durchschnittliche Gewinnungsteufe im heimischen Steinkohlenbergbau aktuell rund 1.150 m. Bis zum Jahr 2012 wird sie etwa um weitere 100 m zunehmen. Beispiellos auf der Welt sind darüber hinaus die hierzulande anerkannt hohen Standards für die Arbeitssicherheit, den Arbeits- und Gesundheits- sowie den Umweltschutz. Die inländische Bergbauzulieferindustrie hat hierzu im Verbund mit dem heimischen Steinkohlenbergbau entscheidende Beiträge geleistet und ist auf dem Weltmarkt nicht nur wettbewerbsfähig, sondern auch an der Spitze der technologischen Entwicklung. Ihr Beitrag ist in der EU, in Osteuropa sowie in Ländern wie China und Indien von großer Bedeutung.

Die Entwicklung in Deutschland zeigt inzwischen aber, dass mit Rückführung der Steinkohlenproduktion der Bestand einzelner Bergbauzulieferer gefährdet ist und bereits Insolvenzen einzelner Unternehmen zur Folge hatte. Zudem dürften einige deutsche Anbieter finanziell kaum in der Lage sein, technische Neuerungen in weit entfernten Bergwerken im Einsatz zu testen und zur Marktreife zu führen.

Der überwiegende Teil der Bergbauzulieferbetriebe ist mit seinen Wertschöpfungs- und Beschäftigungspotenzialen in den Bergbaurevieren angesiedelt. 80% aller Bergbauzulieferer Deutschlands sind z. B. in Nordrhein-Westfalen ansässig. 115 überwiegend mittelständische Unternehmen mit mehr als 13.500 Beschäftigten decken die gesamte Palette der Tief- und Tagebautechnik in allen Bergbauzweigen ab. Die Branche verzeichnet seit Jahren steigende Umsätze, die den geringer werdenden Anteil des heimischen Marktes mehr als kompensieren. Zuletzt betrug der Zuwachs 7% für das Jahr 2008.

Die führende Position der deutschen Bergbaumaschinenindustrie auf dem Weltmarkt ist laut Fachverband Bergbaumaschinen im Verband Deutscher Maschinenund Anlagenbau (VDMA) allerdings gefährdet, sollte der Auslaufbeschluss für den deutschen Steinkohlenbergbau tatsächlich umgesetzt werden. Zur Aufrechterhaltung des weltweit hohen technologischen Standards der deutschen Bergbautechnik ist nach Ansicht des VDMA ein lebensfähiger heimischer Steinkohlenbergbau unverzichtbar: Die erforderlichen Innovationen erfolgen und gelingen gerade durch die Erprobung und Weiterentwicklung unter den anspruchsvollen Bedingungen in der heimischen Lagerstätte.

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