Verantwortlich handeln. Perspektiven schaffen.

Kapitel 4
Internationale Energie - und Rohstoffmärkte

Energiewirtschaftliche Rahmendaten international

Geringere Wachstumsdynamik des Weltenergieverbrauchs – Kohle bleibt zweitwichtigste Säule

Nach vorläufigen Schätzungen des Weltenergierats Deutschland nahm der globale PEV im Jahr 2014 gegenüber dem Vorjahr um 1,4 % auf rund 20 Mrd. t SKE zu und wies damit gegenüber den beiden Vorjahren mit Zuwachsraten von 2,6 % im Jahr 2012 und 2,7 % im Jahr 2013 eine etwas geringere Dynamik auf. Erheblich bescheidener gibt sich der diesjährige BP Statistical Review vom Juni 2015, der von einem globalen PEV-Zuwachs von 0,9 % ausgeht. Auch lag der Energieverbrauchszuwachs deutlich unterhalb der Weltwirtschaftswachstumsrate, die ebenfalls im Vergleich zu den Vorjahren niedriger ausfiel. Das Wirtschaftswachstum litt insbesondere unter den Folgen der Finanzkrise und Nachfrageschwäche in Europa. Der geringere Energieverbrauchszuwachs war zum Teil dadurch tangiert. Abschwächende Wirkung auf den Weltenergieverbrauch hatten auch der vergleichsweise kühle Sommer und der sehr milde Winter in Europa, während der erneut harte, nahezu polarkalte Winter in den USA gegenläufig wirkte. Den bedeutendsten Anteil an der Energieverbrauchsentwicklung hatten weiterhin die Schwellenländer und hier vor allem China, dessen Energieverbrauchswachstum infolge von Umstrukturierungsmaßnahmen und der Drosselung des zuvor galoppierenden Wirtschaftswachstums aber ebenfalls deutlich abflachte. Nach den Werten des Weltenergierats blieb Kohle (Steinund Braunkohle) auch 2014 mit einem Anteil von 28,5 % nach Erdöl (31 %) die zweitwichtigste Säule zur Deckung des Welt-PEV. Bei beiden Energieträgern war das Verbrauchswachstum gegenüber dem Vorjahr mit 0,8 % gleich hoch, blieb aber damit hinter dem Verbrauchswachstum aller anderen Energieträger zurück. Den höchsten Zuwachs erreichten die Erneuerbaren, die um fast 3 % zulegten und einen Anteil am Welt-PEV von knapp 14 % erreichten. Der höchste Verbrauchszuwachs entfiel auf Wind- und Solarenergie, die zusammen zwar um fast 9 % anstiegen, aber dennoch nur einen Anteil von 2 % am Welt-PEV hatten. Biomasse, Biogase sowie Wasserkraft kamen gemeinsam auf einen Anteil von knapp 12 %.

1,3 Mrd. Menschen weltweit ohne Strom – Kohle bleibt Nr. 1 in der globalen Stromerzeugung

Nach der Energy-Access-Datenbank 2014 der IEA lag die weltweite Elektrifizierungsrate bei 82 %, jene Afrikas nur bei 43 %. Im Betrachtungsjahr 2012 hatten 1,3 Mrd. Menschen – entsprechend 18 % der Weltbevölkerung – noch immer keinen Zugang zu elektrischem Strom. Nahezu die Gesamtheit dieser Menschen (97 %) lebt in asiatischen und südlich gelegenen afrikanischen Entwicklungsländern. In Indien, einem aufstrebenden Schwellenland, betrug beispielsweise die Elektrifizierungsrate 75 %, in ländlichen Gegenden allerdings erreichte sie nur 67 %. Fast 40 % der Weltbevölkerung (2,7 Mrd. Menschen) sind bei der Nahrungszubereitung auf traditionelle Brennstoffe wie Feuerholz und Dung angewiesen.

Bei einer globalen Nettostromerzeugung von rund 23 600 TWh im Jahr 2014 blieb Kohle mit einem Anteil von 40 % mit weitem Abstand der wichtigste Energieträger, gefolgt von Erdgas mit knapp 23 %. Insgesamt kamen fossile Energieträger auf einen Anteil von 68 %. Gegenüber dem Jahr 2013 stieg die Weltnettostromerzeugung um 2,2 %, die höchste Zuwachsrate erzielten wiederum die erneuerbaren Energieträger mit 5,3 %, noch vor Kernenergie und Erdgas mit einem Plus von 3,1 bzw. 1,9 %. Die erneuerbaren Energien profitierten unter anderem von einem Ausbau der globalen Solarenergiekapazitäten um 20 % auf das bisherige Rekordniveau von rund 48 GW. Die Windkraftkapazitäten stiegen um 40 % auf 46 GW, ein Großteil davon entfiel auf China und Nordamerika. Bei Kohle war der Zuwachs mit 1,3 % erheblich niedriger.

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Anhang

Kennzahlen
Welt-Primärenergieverbrauch nach Energieträgern
Welt-Primärenergieverbrauch nach Energieträgern
Welt-Nettostromerzeugung nach Energieträgern
Welt-Nettostromerzeugung nach Energieträgern