Gesamtverband Steinkohle e. V. - Jahresbericht Steinkohle 2015

Kapitel 2
Das Bergwerk Auguste Victoria -zu jeder Zeit ein verlässlicher Partner

Zum 31. Dezember 2015 beendet das Bergwerk Auguste Victoria in Marl seine Förderung. Dann sind 110 Jahre Steinkohlenbergbau in der Region Vest Geschichte, denn seit dem Jahr 1905 wurde in Marl Steinkohle gefördert. Seinen Namen verdankt das Bergwerk der Gattin des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II., die aufgrund ihrer Beliebtheit und ihres Ansehens zu einer gefragten Namenspatronin wurde. Gegründet wurde die Gewerkschaft Auguste Victoria als Betreiberin des Bergwerks 1898 von dem Düsseldorfer Kaufmann und Kommerzienrat August Stein zusammen mit dem ebenfalls in Düsseldorf ansässigen Ingenieur Julius Schäfer.

Im Jahr 1906 erzielte die 519 Mann starke Belegschaft eine Jahresfördermenge von 46 699 t Steinkohle. Im letzten Jahr der Förderung sind es rund 2,1 Mio. t mit 2 000 Mitarbeitern, von denen 700 nach der Schließung auf andere Bergwerke verlegt werden. Rund 450 Mitarbeiter werden im Jahr 2016 mit den notwendigen Rückbauarbeiten auf dem Bergwerk Auguste Victoria beschäftigt sein. Die Übrigen werden verlegt oder können direkt in den Vorruhestand wechseln. Viele Faktoren führen dazu, dass das Bergwerk mit einem sehr guten Ergebnis ausläuft. Die Mannschaft ist hoch motiviert, sie arbeitet bis zum Schluss effektiv und begleitet von einer positiven Grundstimmung. Das zeigte sich auch in den Ergebnissen der letzten Mitarbeiterumfrage. Zur Effektivität beigetragen hat unter anderem das Arbeiten mit Lean Processing, einer Methode, die stabile Strukturen in den Arbeitsprozess brachte und zu zahlreichen Auffahrungs-und Förderrekorden führte. Aber auch die stetig verbesserte Arbeitssicherheit sowie die Konzepte zum Gesundheitsschutz trugen zum positiven Ergebnis bei.

Das Bergwerk Auguste Victoria bleibt bis zum Schluss ein verlässlicher Partner im Unternehmen und in der Region.