Gesamtverband Steinkohle e. V. - Jahresbericht Steinkohle 2015

Kapitel 2
Das Bergwerk Auguste Victoria -zu jeder Zeit ein verlässlicher Partner

Das Bergwerk – Ausgangspunkt für die Entstehung der Stadt Marl

Das Grubenfeld des Bergwerks Auguste Victoria erstreckte sich Mitte der 1920er Jahre über Hüls (Recklinghausen-Land), Marl und Hamm. Während die Schachtanlage 1/2 in Hüls errichtet worden war, befand sich die geplante Schachtanlage 3/4 in Marl, der zecheneigene Hafen lag wiederum auf dem Gebiet von Hamm-Bossendorf. Hier sollte auch die dritte Schachtanlage entstehen. Auguste Victoria war demnach in verschiedenen Gemeinden steuerpflichtig und entsprechend bemüht, zumindest den Bergwerksbetrieb auf eine zusammengefasste Gemeinde Marl-Hüls zu konzentrieren.

Paul Stein, Sohn von August Stein und bis 1939 erster Direktor der Gewerkschaft Auguste Victoria, plädierte im Jahr 1925 für die Bildung einer „neuen Gemeinde, bestehend aus den Ortschaften Marl, Drewer, Hüls, Löntrop, Lenkerbeck und Sinsen […]. Auf diese Weise würde ein großes leistungsfähiges Gemeinwesen entstehen, mit zwei starken Steuerzahlern“, den Bergwerken Auguste Victoria und Brassert.1) Den Wünschen der Gewerkschaft Auguste Victoria wurde mit der Auflösung des Amtes Recklinghausen am 26. Februar 1926 entsprochen. Hüls, Lenkerbeck und Löntrop, die Landgemeinde Oer und der westliche Teil von Sinsen wurden mit der Gemeinde Marl zusammengelegt, wodurch das Amtsgebiet Marl nun eine Größe von 111 km² aufwies und nahezu 34 500 Einwohner zählte.2), 3) Marl gelangte hierdurch auch in den Besitz des Bahnhofs Sinsen und der umfangreichen Waldgebiete in der Haard. Nur zehn Jahre später, am 12. April 1936, wurden Marl die Stadtrechte verliehen.