Ein Wort zuvor

„Energie für neue Wege“, so haben wir den vorliegenden Jahresbericht 2011 des Gesamtverbandes Steinkohle überschrieben, und dies ist auch das Motto des diesjährigen Steinkohlentages. Mit der „Energiewende“ soll nicht nur die Energiewirtschaft, sondern unsere gesamte Volkswirtschaft „neue Wege“ gehen. Die konventionelle Stromerzeugung wird demnach noch für Jahrzehnte als Brücke in eine Zeit unverzichtbar bleiben, die schließlich nur noch auf erneuerbare Energieträger gestützt sein soll. Der Kernenergie kommt diese Brückenfunktion nur noch für kurze Zeit zu. Umso wichtiger wird der Beitrag der Kohle sein. Aufgrund der Empfehlungen der „Ethik-Kommission Sichere Energieversorgung“ ist jetzt ein möglichst breiter gesellschaftlicher Konsens über die Wege der zukünftigen Energieversorgung in Deutschland zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund bleibt die Frage nach einer sicheren Energieversorgung aktuell. Weltweit steigen die Preise für Rohstoffe und die Zweifel an deren nachhaltiger Verfügbarkeit nehmen zu.

Das Steinkohlefinanzierungsgesetz vom 20. Dezember 2007 sah vor, dass die Bundesregierung dem Deutschen Bundestag bis spätestens 30. Juni 2012 einen Bericht übermittelt, auf dessen Grundlage er unter Beachtung der Gesichtspunkte Wirtschaftlichkeit, Energiesicherheit und weiterer energiepolitischer Ziele prüft, ob der Steinkohlenbergbau weiter finanziell gefördert wird. Diese so genannte Revisionsklausel wurde durch Gesetzesänderung mit Wirkung ab 15. Juli 2011 gestrichen. Die RAG wird die geordnete sozialverträgliche Stilllegung des deutschen Steinkohlenbergbaus als verlässlicher Partner der Politik umsetzen.

Der deutsche Steinkohlenbergbau hat zugleich die Aufgabe, die ehemaligen Bergbauflächen im Einklang mit den Menschen in der Region zu entwickeln. Neue Wege eröffnen sich insofern, als nicht nur diese Flächen durch RAG Montan Immobilien gezielt zur Nutzung erneuerbarer Energieträger eingesetzt werden können, sondern auch das bergmännische Know-how genutzt werden kann – beispielsweise zur Entwicklung von Unterflurpumpspeicherkraftwerken.

Auf diese Weise leistet der deutsche Steinkohlenbergbau einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung und unterstreicht damit, welche Möglichkeiten sich aus dem Steinkohlenbergbau heraus auch für die zukünftige Energieversorgung bieten.

Herne, im Oktober 2011
Unterschrift Bernd Tönjes
Bernd Tönjes

Vorsitzender des Vorstands
Gesamtverband
Steinkohle e.V.

Bernd Tönjes
Foto Bernd Tönjes